March 18, 2026

Fortschritte in der Materialwissenschaft durch Zusammenarbeit:
CERATIZIT beim 21. Plansee-Seminar


Das 21. Plansee-Seminar – offiziell die Internationale Konferenz über Refraktärmetalle und Hartstoffe – wurde von der Plansee Group veranstaltet und brachte im Juni 2025 530 Teilnehmende aus 30 Ländern am Hauptsitz der Plansee Group in Reutte, Österreich, zusammen. Die Veranstaltung setzte eine Tradition des wissenschaftlichen Austauschs fort, die 1952 begann. Das Seminar wurde von Dr. Paul Schwarzkopf, einem Pionier der Pulvermetallurgie, ins Leben gerufen und spiegelt seine Ansicht wider, dass Zusammenarbeit wichtiger ist als Wettbewerb – ein Grundsatz, der nach wie vor eine der weltweit führenden Plattformen für hochschmelzende Metalle, Hartstoffe und pulvermetallurgische Verfahren prägt.

In mehr als sieben Jahrzehnten hat sich die Veranstaltung zu einem zentralen Forum für den globalen Wissensaustausch entwickelt. Während die ersten Ausgaben ein breites Spektrum der Pulvermetallurgie abdeckten, konzentriert sich das heutige Programm auf hochschmelzende Metalle, Hartstoffe und Oberflächentechnik und umfasst das gesamte Spektrum von der Grundlagenforschung bis zu industriellen Anwendungen. Das Seminar kombiniert wissenschaftliche Vorträge, Poster-Sessions und Networking mit einer starken internationalen Beteiligung und einem besonderen Fokus auf Studierende.

Die Rolle von CERATIZIT: Gemeinsames Wissen in industrielle Ergebnisse umsetzen

Als Mitveranstalter neben dem zweiten Geschäftsbereich der Plansee Group, Plansee HPM, trug CERATIZIT dazu bei, diesen globalen Austausch voranzutreiben und leistete Beiträge in mehreren Forschungsbereichen. Unsere Teams und Partner präsentierten Arbeiten, die Materialinnovation mit Digitalisierung und Nachhaltigkeit verbinden.

Es fanden Diskussionen zu wichtigen Themen statt, darunter:

  • KI, maschinelles Lernen und datengesteuerte Prozessoptimierung

    Wir treiben vorausschauende, datengesteuerte Ansätze in der Beschichtungs- und Hartmetallentwicklung voran.

    Warum das wichtig ist:
    Schnellere Lernzyklen, weniger Experimente, geringere Umweltbelastung und bessere Ergebnisse auf Anhieb.

     
  • Fortschrittliche Mikroskopie und Atomprobe

    Charakterisierungswerkzeuge der nächsten Generation zeigen, wie die Mikrostruktur die Leistung beeinflusst.

    Warum das wichtig ist:
    Genauere Erkenntnisse im Nanobereich führen zu einem besseren Design von Beschichtungen und Hartmetallen sowie zu einer verlässlicheren Qualitätskontrolle.


  • Innovationen bei Beschichtungen: TiAlN in PVD, CVD und HiPIMS

    Wir gestalten zukünftige TiAlN-Lösungen mit verbesserter Leistung, Nachhaltigkeit und Herstellbarkeit.

    Warum das wichtig ist:
    Intelligente Chemie, Architektur und flexible Prozesswege liefern langlebige, oxidationsbeständige Beschichtungen mit geringeren Auswirkungen auf die Umwelt.
  • Bindemittelsysteme und Legierungsdesign (mit Ru)

    Die Bindemitteltechnik ist entscheidend für Zähigkeit, Ermüdungsbeständigkeit und mikrostrukturelle Stabilität.

    Warum das wichtig ist:
    Die Anpassung der Interphasenpopulationen mit Ru ermöglicht starke, stabile Hartmetalle für anspruchsvolle thermomechanische Bedingungen.


  • Magnetische Verfahren und Mikromagnetik

    Magnetische Signale entwickeln sich zu zerstörungsfreien Indikatoren für die Materialstruktur von Hartmetallen.

    Warum das wichtig ist:
    Schnellere Qualitätskontrolle und verbesserte Eigenschaftsvorhersage mit Hilfe von KI.


  • Mikromechanische Prüfung und Zuverlässigkeit

    Zuverlässige Messungen führen zu zuverlässigen Konstruktionen.

    Warum das wichtig ist:
    Hochwertige Daten beschleunigen die Entwicklung und vermeiden sowohl unzureichenden oder übertriebenen Entwicklungsaufwand.

 

  • Additive Fertigung von Hartmetallen

    Wir treiben die additive Fertigung von Hartmetallen für den industriellen Einsatz voran.

    Warum das wichtig ist:
    Standard-Hartmetallsorten in Kombination mit intelligenten Geometrien ermöglichen leichtere, ressourceneffiziente Werkzeuge ohne Leistungseinbußen.


  • Recycling und Kreislaufwirtschaft

    Wir schließen den Kreislauf für kritische Rohstoffe.

    Warum das wichtig ist:
    Da Wolfram und Kobalt als kritische Materialien eingestuft sind, tragen starke Recyclingfähigkeiten zur Versorgungssicherheit und CO₂-Reduzierung bei.

Diese Themen spiegeln das langfristige Engagement von CERATIZIT für Materialwissenschaften, verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und die Bereitstellung industrieller Lösungen mit messbarer Leistung wider.

Innovation braucht einen Talentpool

Eine Gruppe von Teilnehmenden trifft gemeinsam ein und unterhält sich, während sie zum Veranstaltungsort gehen.

Die technischen Präsentationen des Seminars beleuchteten wichtige Fortschritte in den Bereichen Materialforschung, Zerspanung und Nachhaltigkeit. Sie zeigten aber auch eine klare Herausforderung auf: Die Branche braucht neue Talente, um diese Innovationen voranzutreiben.

Dieses Engagement für die Talentförderung spiegelte sich auch in dem speziellen Student Dinner wider, das zum ersten Mal im Rahmen des 21. Plansee-Seminars stattfand und bei dem Studierende und Berufseinsteigende die Möglichkeit hatten, direkt mit Forschenden, Fachkräften aus dem Ingenieurwesen und Branchenführenden ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung bot ein offenes Forum für Fragen, Einblicke in die Berufswelt und echte Kontakte – und zeigte damit, wie die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie und Forschung sowohl Innovationen als auch zukunftsfähige Talente fördern kann.


Dr. Christoph Czettl, F&E-Manager bei der CERATIZIT Group und einer der Hauptorganisatoren des Seminars, betonte den globalen Fachkräftemangel:

"Technology alone won’t solve the future of manufacturing. Without new generations of machinists, engineers, and researchers, even the most advanced tools and processes will remain underutilized." 

Dr. Christoph Czettl, R&D-Manager bei der CERATIZIT Group

Dr. Christoph Czettl, R&D-Manager bei der CERATIZIT Group

Die Fertigung selbst verändert sich rasant. Die Produktion von heute ist digital, simulationsgesteuert, KI-unterstützt und hochpräzise. Es handelt sich um eine moderne Technologieumgebung, die jungen Menschen sinnvolle und spannende Karrieremöglichkeiten bietet.

Dieser Fortschritt beruht auf der Zusammenarbeit zwischen Universitäten, technischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und den Unternehmen, die Innovationen in die Praxis umsetzen. Dieser Geist des gemeinsamen Lernens spiegelt den Kernzweck des Plansee-Seminars wider, nämlich den Transfer neuer Technologien aus den Forschungslabors in die Produktion zu beschleunigen.

Auch Nachhaltigkeit spielt eine immer wichtigere Rolle bei der Gewinnung neuer Talente. Initiativen zur Kreislaufwirtschaft, Hartmetall-Recyclingprogramme und Strategien zur CO₂-Reduzierung verbessern nicht nur die Umweltbilanz, sondern finden auch Anklang bei jungen Menschen, die ihrer Arbeit einen Sinn geben wollen. Wenn die Fertigungsindustrie ihre technologischen Ambitionen mit sinnvollen Nachhaltigkeitszielen in Einklang bringt, wird sie zu einem Sektor, in dem Talente sowohl zu Innovation als auch zu Wirkung beitragen können.

Dr. Czettl fasste diesen Wandel in drei Punkten zusammen:

  • Der Fachkräftemangel ist global, und Innovation hängt von Menschen ab.
  • Die Fertigungsindustrie ist heute ein echter Technologiebereich, der von digitaler Bearbeitung, Simulation und KI geprägt ist.
  • Nachhaltigkeit ist nicht nur eine gute Praxis, sondern zieht auch Talente an, weil Menschen ihrer Arbeit einen Sinn geben wollen.

Gemeinsam die Metallurgie voranbringen

Teilnehmende sitzen im Konferenzsaal und konzentrieren sich auf die Ausführungen des Vortragenden.

Das 21. Plansee-Seminar zeigte, warum es nach wie vor eine der wichtigsten Veranstaltungen in der Metallurgie-Community ist. Es bringt Fachleute aus aller Welt zusammen, verbindet wissenschaftlichen Fortschritt mit industriellen Anforderungen und unterstützt die nächste Generation von Fachkräften, die in diesen Bereich einsteigen.

Für CERATIZIT unterstreicht die Mitausrichtung der Veranstaltung unsere Verantwortung, Fortschritte in der Materialwissenschaft voranzutreiben, Wissen offen zu teilen und die Entwicklung qualifizierter Talente weltweit zu unterstützen. Unsere sichere Lieferkette als Teil der Plansee Group macht unsere Innovationsbemühungen widerstandsfähiger und stärkt die Rolle von CERATIZIT als zuverlässiger Partner der Industrie. Die Präsentationen des Seminars – von KI-gestützter Prozessoptimierung bis hin zu Kreislauflösungen für kritische Rohstoffe – zeigen die Stärke der globalen Zusammenarbeit. Gleichzeitig unterstreichen die Gespräche zwischen Studierenden, Forschenden und Branchenführenden die Notwendigkeit, die Arbeitskräfte der Zukunft vorzubereiten.

Angesichts des rasanten technologischen Wandels in der Branche und des Mangels an qualifizierten Fachkräften sind Veranstaltungen wie das Plansee-Seminar nach wie vor unverzichtbar. Sie sorgen dafür, dass Innovation, Wissen und Talente gemeinsam weiter voranschreiten.

Die vollständige Retrospektive ansehen:

Weitere Informationen über das Seminar und seine Auswirkungen auf die Zukunft der Werkstoffe finden Sie in der offiziellen Zusammenfassung hier.